Herzlich Willkommen

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Pfarrer                                 Diakonin

Jürgen Knöbl                         Miriam Schönle


Vorausschau ist Nächstenliebe

1.

Geschichten sind wie Kleider für die Wahrheit. Darum lieben wir sie. Auch kleine Geschichten erzählen oft große Wahrheiten.    

Die folgende Geschichte ereignet sich zwischen den Jahren auf einer Autobahnraststätte in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Lkw-Fahrer beobachtet am späten Abend drei etwa Dreißigjährige, deren Auto mit erheblicher Geschwindigkeit auf den Parkplatz der Raststätte fährt. Kurz darauf sieht er zwei von ihnen wieder, wie sie im Tankstellenshop Alkohol kaufen – nachkaufen, muss man genauer sagen, denn sie wirken ziemlich angetrunken. Nicht mit mir, könnte der Lkw-Fahrer nun gedacht haben. Er setzt sich in seinen Lkw, fährt über den Parkplatz und parkt das Auto der drei zu. So können sie nicht mehr weiterfahren. Zugleich bittet er das Personal des Shops, die Polizei zu rufen. Sie stellt bei allen dreien einen Promillewert von über 2,0 fest und nimmt ihnen die Führerscheine ab.

Die Polizisten sind glücklich über die Vorausschau des Lkw-Fahrers; möglicherweise hat er einen schweren Unfall verhindert.

2.

Geschichten sind Kleider für die Wahrheit. Hier heißt die Wahrheit: Vorausschau ist Nächstenliebe. Der Fahrer lässt nicht einfach geschehen, sondern denkt mit. Er sieht voraus und stellt sich vor, was passieren könnte. Das verhindert er. Mit mir nicht, mag er denken und bewahrt die drei und vielleicht andere vor schwerem Schaden.

Einander bewahren ist auch Nächstenliebe. Dazu bedarf es vor allem einer Eigenschaft: mitdenkend vorausschauen*.

3.

Glaube ist auch Mitdenken. Umsicht ist lebensnotwenig. Manchmal erkennt man, weiß gleich passieren könnte, und versucht zu bewahren: Das Kind, das sich verletzen könnte; den Mann am Rollator, der nicht mehr gut sieht und womöglich die Stufe verfehlt; die Frau an der Kasse, die Geld verliert; die Leichtsinnigen auf Straßen oder Bahnsteigen, die sich und andere in Gefahr bringen. Da bedeutet Nächstenliebe: Nicht einfach geschehen lassen, sondern zu bewahren versuchen. Manche wollen sich nicht bewahren lassen, das ist wohl so und dann nicht zu ändern. Aber viele sind meist dankbar für ein mitfühlendes, vorausschauendes Herz.

Umsicht und Mitdenken sind lebendiges Wasser für alle, die sich in der Welt zu verlieren drohen oder so mit sich beschäftigt sind, dass sie Gefahren nicht mehr früh genug erkennen können. Da hilft Umsicht und Weitsicht von anderen. Aufeinander achten und einander freundlich auf etwas hinweisen ist Gottesdienst. Also etwas, das beiden hilft: den Bedürftigen und den Helferinnen und Helfern. Weil Gott beiden, den Hilflosen und den Achtsamen, verspricht:

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Michael Becker

mbecker@buhv.de

* Im ARD-Tatort am 2. Weihnachtstag sagt Kommissar Lessing (Christian Ulmen) zu zwei Kollegen, die etwas Wichtiges übersehen haben, weil sie mehr mit sich selbst beschäftigt sind: „Mitdenken, Leute! Es ist doch so schön, wenn man mal auf eigene Ideen kommt!“





Aus dem Pfarramt der Matthäusgemeinde grüßen herzlich

Pfarrer Jürgen Knöbl               Diakonin Miriam Schönle               Sekretärin Christine Maier